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Seide – Eigenschaften und Pflege

Seide ist purer Luxus, luftig und leicht, ein Material, aus dem Kleiderträume gesponnen werden und ein Hautschmeichler, den sich sogar die Kosmetikindustrie zunutze macht.

Seide fühlt sich so leicht und angenehm an, als hätte man gar nichts am Körper. Keine textile Faser kann mit dem Tragekomfort von Seide mithalten und dennoch liegt der Anteil der Seidenfasern unter einem Prozent der weltweiten Faserproduktion. Das liegt wohl daran, dass gute Seide teuer ist und immer noch in die Kategorie Luxusprodukt fällt. Der größte Seidenproduzent ist nach wie vor China, das Ursprungsland des kostbaren Materials.

Seidenarten und Eigenschaften der Seide

Seide ist nicht gleich Seide. Es gibt unterschiedlich kostbare Seidenarten und Spinnverfahren. Eine der bekanntesten Seidenarten ist zum Beispiel die Maulbeerseide, die einen extrem feinen und gleichmäßigen Faden hervorbringt und zu den hochwertigsten Seiden überhaupt zählt. Die Tussahseide vom Eichen- oder Wildseidenspinner ist hingegen durch eine unregelmäßigere Struktur und einen gröberen goldgelben Faden gekennzeichnet. Sie ist dicker und weniger glänzend, ihre Farben wirken gebrochen. Die qualitativ hochwertigste und glanzvollste Seidenart ist die sogenannte Koishimaru-Seide aus Japan, die auch in der Kosmetikbranche zum Einsatz kommt. Das Spinnverfahren ist ein weiterer Qualitätsfaktor. Haspelseide zum Beispiel wird aus dem Endlosfaden (über 1000 Meter) des Kokons gewonnen und zählt zu den feinsten und glänzendsten Seidenarten. Bouretteseide hingegen wird aus den Produktionsresten der Haspelseide gewonnen. Durch die unterschiedlichen Webarten erhält man wiederum verschiedene Seidenqualitäten: Chiffon, Satin, Atlas, Georgette, Crêpe de Chine, Crêpe Satin, Brokat und viele weitere. Diese unterschiedlichen Seidenstoffe werden letztlich zu den verschiedensten Kleidungsstücken von Kopf bis Fuß verarbeitet: Eine Bluse aus Satin, ein Kleid aus Taft oder Chiffon und eine Hose im angesagten Brokat-Look.

In den letzten 5.000 Jahren seit ihrer Entdeckung ist Seide vom kostbaren Importprodukt aus dem Orient zum trendigen Luxusstoff für jedermann geworden. Abgesehen von der etwas aufwändigen Pflege hat Seide einige hervorragende Eigenschaften: Seide ist leicht und bequem, neigt selten zum Knittern und isoliert sehr gut. Das Material schimmert und glänzt sehr schön und nimmt Farbstoffe sehr gut auf, das heißt man kann sie besonders brillant färben. Außerdem ist sie die stärkste bekannte Naturfaser der Welt: Ein Seil aus Seide ist stärker als ein genauso dickes Seil aus Metall.

Pflegeeigenschaften

Seide ist nicht ganz pflegeleicht, aber entgegen der landläufigen Meinung muss man nicht jedes Seidenteil in die Reinigung bringen. Man kann das Material durchaus von Hand waschen, mit einer milden Seife oder einem speziellen Seidenshampoo. Das Kleidungsstück darf kurz (maximal fünf Minuten) in lauwarmem Wasser eingeweicht oder kalt gewaschen werden. Nass ist der Stoff empfindlicher, weshalb man ihn nur leicht hin und her bewegen, aber nicht auswringen darf. Anschließend mit kaltem Wasser und einem Teelöffel Weinessig ausspülen, das entfernt alle Seifenrückstände. Zum Trocknen in ein Handtuch einrollen und sanft drücken, danach wieder flach ausrollen und leicht gerade ziehen. Den Seidenstoff immer auf niedriger Temperatur und noch leicht feucht auf links bügeln. Man darf kein Parfüm oder Deo auf eine Seidenbluse sprühen, da dies zu Verfärbungen und Flecken führt. Seide ist auch empfindlich gegen Wasserflecken und starkes, direktes Sonnenlicht. Seidengewebe dürfen auch nicht mit Bleiche in Kontakt kommen.

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